Bildungsurlaubsförderung: So sparst du bares Geld bei deiner Weiterbildung
Bert Gollnick

Bildungsurlaub gibt dir das Recht auf bezahlte Freistellung für Weiterbildung – die Kursgebühren selbst musst du in den meisten Fällen trotzdem aus eigener Tasche zahlen. Was viele nicht wissen: In mehreren Bundesländern gibt es zusätzlich zur Freistellung noch echtes Fördergeld, das einen großen Teil der Kurskosten übernimmt. Wer beides kombiniert, bildet sich weiter, ohne dafür Urlaubstage zu opfern oder tief in die eigene Tasche greifen zu müssen.
Dieser Artikel zeigt dir, was Bildungsurlaubsförderung konkret bedeutet, welche Bundesländer aktuell finanzielle Zuschüsse anbieten und welche bundesweiten Fördermöglichkeiten es zusätzlich gibt.
Bildungsurlaub und Förderung – zwei getrennte Dinge
Bildungsurlaub (in manchen Bundesländern auch „Bildungsfreistellung“ genannt) ist ein gesetzlicher Anspruch auf bezahlte Freistellung von der Arbeit – in der Regel fünf Tage pro Jahr bzw. zehn Tage pro zwei Jahre – für eine als Bildungsurlaub anerkannte Weiterbildung. Dein Gehalt läuft währenddessen normal weiter. Die Kurskosten trägst du dabei aber grundsätzlich selbst.
Genau hier setzt die Bildungsurlaubsförderung an: Einige Bundesländer legen zusätzlich zum Freistellungsanspruch ein Förderprogramm auf, das einen Teil deiner Kurskosten übernimmt – unabhängig davon, ob du die Freistellung als Bildungsurlaub oder in deiner Freizeit nutzt. Freistellung und Förderung lassen sich also kombinieren, sind rechtlich aber zwei getrennte Ansprüche mit eigenen Voraussetzungen und eigener Antragsstelle.
Diese Bundesländer fördern Weiterbildung zusätzlich finanziell
Die folgende Übersicht zeigt Förderprogramme, die aktuell zusätzlich zur allgemeinen Bildungsurlaubsregelung existieren. Fördersummen und Bedingungen können sich ändern – prüfe vor der Antragstellung immer die aktuellen Angaben auf der jeweiligen offiziellen Seite.
| Bundesland | Programm | Förderhöhe | Offizielle Infoseite |
|---|---|---|---|
| Hamburg | Weiterbildungsbonus PLUS | bis zu 50 % der Kosten, max. 750 € (im Handwerk bis zu 75 %, max. 1.000 €) | esf-hamburg.de |
| Schleswig-Holstein | Weiterbildungsbonus | 60 % der Kosten, max. 5.000 € pro Weiterbildung | schleswig-holstein.de |
| Rheinland-Pfalz | QualiScheck | 60 % der Kosten, max. 1.500 € pro Jahr | mastd.rlp.de |
| Nordrhein-Westfalen | Bildungsscheck 2.0 | 50 % der Kosten, max. 500 € pro Jahr (abhängig vom zu versteuernden Einkommen) | mags.nrw |
In allen anderen Bundesländern besteht zwar meist ein Anspruch auf die bezahlte Freistellung selbst, aber (noch) kein eigenes zusätzliches Landesförderprogramm für die Kurskosten. Das ändert sich mit der Zeit – es lohnt sich also, regelmäßig bei der jeweiligen Landesregierung nachzuschauen.
Bundesweite Fördermöglichkeiten
Unabhängig vom Bundesland gibt es zwei weitere Wege, wie du die Kosten deiner Weiterbildung senken kannst:
Fortbildungskosten als Werbungskosten absetzen
Kosten für berufliche Fort- und Weiterbildung – etwa Kursgebühren, Fachliteratur oder Fahrtkosten – kannst du in der Steuererklärung als Werbungskosten geltend machen, in der Regel ohne betragsmäßige Obergrenze. Voraussetzung ist ein hinreichender Bezug zu deinem aktuellen oder angestrebten Beruf. Details und die aktuellen Regeln findest du bei den Finanzämtern, zum Beispiel auf der Seite finanzamt.nrw.de zu Fortbildungskosten.
Bildungskredit des Bundes
Für Schüler*innen und Studierende in fortgeschrittenen Ausbildungsphasen gibt es zusätzlich den staatlichen Bildungskredit: Er wird unabhängig von Einkommen und Vermögen über das Bundesverwaltungsamt beantragt und von der KfW ausgezahlt. Mehr Informationen dazu gibt es beim Bundesverwaltungsamt.
Hast du überhaupt Anspruch auf Bildungsurlaub?
Bevor du dich um eine Förderung kümmerst, lohnt sich der Blick auf die Grundlage: Ob und wie viele Tage Bildungsurlaub dir zustehen, hängt von deinem Bundesland, deinem Beschäftigungstyp und deiner Betriebszugehörigkeit ab. In Bayern und Sachsen etwa gibt es aktuell keinen gesetzlichen Anspruch.
Mit unserem kostenlosen Anspruchcheck findest du in wenigen Klicks heraus, wie viele Tage dir zustehen und was du beachten musst: Jetzt Bildungsurlaub-Anspruch prüfen.
Den passenden Kurs finden
Ob mit oder ohne zusätzliche Förderung: Damit sich dein Bildungsurlaub lohnt, muss die Weiterbildung als Bildungsurlaub anerkannt sein und zu deinen Zielen passen. In unserer Kurssuche findest du anerkannte Bildungsurlaub-Kurse aus ganz Deutschland – filterbar nach Thema, Ort und Zeitraum: Jetzt passenden Kurs finden.
Fazit
Bildungsurlaub sichert dir bezahlte Zeit für Weiterbildung. Bildungsurlaubsförderung sorgt zusätzlich dafür, dass auch die Kosten dafür nicht komplett bei dir hängen bleiben. Wer in Hamburg, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz oder Nordrhein-Westfalen arbeitet, sollte die dortigen Förderprogramme unbedingt prüfen – und wer anderswo lebt, kann zumindest die Werbungskosten-Absetzbarkeit nutzen.
Prüfe zuerst deinen Bildungsurlaub-Anspruch, dann die passende Förderung – und finde anschließend den Kurs, der wirklich zu deinen Zielen passt.